Mumps gefährdet die Potenz

Eine bekannte und eigentlich harmlose Kinderkrankheit, Mumps, auch genannt Ziegenpeter, ist wieder auf dem Vormarsch. In den 80ern galt Mumps als fast nicht mehr existent und mit einer Impfrate von mehr als 90% wurde der ansteckenden Viruserkrankung keine Bedeutung mehr beigemessen. Normalerweise tritt Mumps im Kindesalter auf und das markanteste Symptom ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, durch das die dicken Backen verursacht werden. Auch Fieber, Müdigkeit und Schluckbeschwerden sind häufige Zeichen für eine Mumpserkrankung. Nach 5-8 Tagen ist die Krankheit überwunden und die Kinder sind normalerweise wieder wohlauf.

Gefahren von Mumps

Leider sind bei etwa 20% aller Erkrankten sind auch andere Drüsen betroffen, wie z.B. die Bauchspeicheldrüse oder die Schilddrüse, was zu Schmerzen in der betroffenen Gegend führen kann. In seltenen Fällen kann es zu einer Gehirnhautentzündung kommen, die lebensgefährlich sein kann. Bei älteren Jugendlichen oder Erwachsenen kann es zu einer Entzündung der Keimdrüsen kommen, was bei Mädchen eine Eierstockentzündung bedeutet, aber nicht weiter gefährlich ist. Bei Jungs oder männlichen Erwachsenen jedoch kann es zu einer Entzündung der Hoden kommen, die wiederum einen Hodenschwund verursachen kann, was zur Sterilität führen kann.

Das Tückische an Mumps ist die lange Inkubationszeit, die Zeit zwischen dem Beginn der Infektion und dem Ausbrechen der Symptome, die 14-24 Tage beträgt. Die Möglichkeit andere anzustecken besteht ab dem 6. Tag vor dem Ausbrechen der ersten Symptome bis zu 14. Tage nach dem Abklingen der Beschwerden, d.h. schon Tage vor den ersten Anzeichen der Krankheit, kann durch Schmierinfektion der Virus weiterverbreitet werden. Daher kann niemand wissen, wer Mumps hat und wer gerade wen ansteckt. Eine fatale Situation speziell für junge Männer, deren Zeugungsfähigkeit hier auf dem Spiel steht.

Mumps tritt wieder häufiger auf

Die Krankheit verursacht bei Kindern kaum Probleme und führt zu einer lebenslangen Immunität, daher ist eine Impfung im frühen Kindesalter sinnvoll. Geimpft wird mit einem Mumps-Lebendimpfstoff zweimal in den ersten beiden Lebensjahren und bietet als Kombinationsimpfung mit Masern und Röteln einen zuverlässigen Schutz. Die Komplikationen die bei der Impfung auftreten, sind extrem selten und als eher gering einzustufen, daher besteht kaum eine Gefahr, wenn im frühen Kindesalter mit den abgeschwächten Krankheitserregern in Kontakt kommt.

Wie jedoch irische Klinikärzte mit ihren Kollegen der Universität Dublin bei der Überprüfung der Statistiken der letzten 5 Jahre zum Thema urologische Erkrankungen feststellten, tritt Mumps bei jungen Männern wieder häufiger auf und circa 40% müssen mit Komplikationen wie Hodenentzündung, Gehirn- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung rechnen. Alle jungen Männer, die in den 90ern nicht die Dreifachimpfung bekommen haben, sind jetzt einem extremen Risiko einer Ansteckung ausgesetzt. Typische Komplikationen sind Hodenentzündungen, Hodenschwund, eine Einschränkung der Fruchtbarkeit und abnorme Spermien, die manchmal bis zu 3 Jahre nach der eigentlichen Erkrankung noch messbar sind.

Mumps-Impfung empfehlenswert

Wissenschaftler raten den behandelnden Ärzten wieder verstärkt auf Mumpssymptome zu achten, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Außerdem sollte wieder vermehrt auf eine Impfung bei Kindern geachtet werden. Da Eltern die Gefahr durch Mumps für ihre Kinder nicht wahrnehmen und vor eventuellen Impfkomplikationen mehr Angst haben, als vor der Krankheit selbst, wäre eine wahrscheinlich eine Aufklärungskampagne angezeigt, die die Eltern wieder wachrüttelt und dazu führt, dass wieder ein großer Prozentsatz von Kindern schon im Säuglingsalter geimpft und geschützt wird.